Düsseldorf / Potsdam – Nach einem Einbruch mit anschließender Brandstiftung stand ein Zahnarzt aus Potsdam vor der dringenden Aufgabe, seine Praxisräume ebenso brandschutzsicher wie ansprechend zu sanieren. Das Team der Fassaden-Roland OHG aus Werder nahm sich der Aufgabe an und schuf nicht nur hochwertige Brandschutzlösungen, sondern realisierte zugleich optisch anspruchsvolle Trockenbaulösungen ganz nach den Wünschen von Bauherr und Architekt. Die Systeme hierfür lieferte Ausbau-Profi Rigips. Für die fachgerecht ausgeführten Brandschutzkonstruktionen und die erstklassige handwerkliche Umsetzung der gewünschten Gestaltung wurde das Objekt im Rahmen der Rigips Trophy ´07 zum Sieger des Anwendungsbereiches Brandschutz gekürt.
Anfang der 1990er Jahre wurde der gesamte Altbau saniert, in dessen Erdgeschoss sich die zahnärztliche Praxis befand, die im November 2006 bis auf die Grundmauern niederbrannte. Zielsetzung war es, die daraufhin mit erhöhten Anforderungen definierten Sanierungsarbeiten so schnell wie möglich umzusetzen, damit der Praxisbetrieb zeitnah wieder aufgenommen werden konnte. Das Zeitfenster zur Erledigung auch anspruchsvoller Aufgaben wie die Montage von Sichtdecken und Abstufungen in verschiedensten Formen war also denkbar klein.
Aufgrund des Zeitdrucks wurde ohne Ausschreibung gearbeitet. Das Team der Fassaden-Roland OHG um Geschäftsführer Dipl.-Ing. Roland Tschörtner wurde ausgewählt und übernahm die Aufgabe, alle Vermaßungen eigenständig vorzunehmen, die Gegebenheiten nach der Brandkatastrophe vor Ort selbst zu prüfen und sich während der Bauphase im Wesentlichen auf persönliche Absprachen mit allen Beteiligten zu verlassen.
Die Decken: Brandschutz und Gestaltungselemente
Im Deckenbereich der Praxis wurde zunächst eine diffusionsoffene Unterspannbahn auf die Holzbalken aufgebracht, bevor die Unterkonstruktion für die F 30-Decke aus „Rigips CD-Profilen“ drucksteif an der Holzbalkendecke mittels Direktabhängern montiert wurde. Anschließend wurde der gesamte Hohlraum des Deckenbereichs mit einer Zellulose-Einblasdämmung ausgefüllt. Gleichzeitig montierten die Experten die Halterungen für die späteren, abgehängten Sichtdecken, die durch die Feuerschutzdecke durchgeführt werden mussten.
„An den Brandschutzdecken selbst durften maximal Lasten bis zu 15 kg/m2 abgehängt werden. Da wir nicht genau wussten, wie schwer die Decken sein würden, haben wir die Abhängungen für die Sichtdecken direkt an der Balkendecke befestigen müssen“, erklärt Roland Tschörtner. „Wir mussten ständig Änderungen während der Bauphase berücksichtigen, um die Abhänger genau zu positionieren. Wurde beispielsweise die Position der Empfangstheke geändert, so mussten wir auch die Abhängungen neu setzen, da die Vorderkanten von Sichtdecke und Theke präzise übereinander verlaufen sollten.“ Die Beplankung der F 30-Decke erfolgte mit einer Lage „Rigips Feuerschutzplatten RF 12,5 mm“.
Auch der Flurbereich vor der Praxis wurde durch das Feuer zerstört und erhielt eine neue Decke in Trockenbauweise. Die F 90-Decke wurde ebenfalls mit einer Unterkonstruktion abgehängt und mit zwei Lagen „Rigips Feuerschutzplatten RF 20 mm“ beplankt. Auch der Wandanschluss wurde in F 90 ausgeführt. In der Decke wurden zwei Revisionsklappen in F 90 für die Sicherung von Absperrhähnen der Heizung installiert.
Haustechnik zuverlässig abgeschottet
Im so genannten Hausanschlussraum, in dem sich alle wichtigen Gas-, Wasser- und Elektroanschlüsse befanden, waren besondere Maßnahmen erforderlich. An einer der Wandinnenseiten dieses Raumes waren alle Anschlüsse und Zähler angebracht, was die Demontage der kompletten Wand unmöglich machte. Um der Bauordnung dennoch gerecht zu werden und die Wand in F 90 zu ertüchtigen, musste eine Sonderkonstruktion her.
Der geforderte Brandschutz wurde durch einen Brandüberschlag von 1,00 m mit einer F 90-Decke erreicht. Dazu musste die Decke im Raum selbst auf F 90 aufgerüstet und mindestens 1,00 m in die Praxis hineingeführt werden. Hierfür wurde die Wand zur Praxisseite hin geöffnet und dort der Deckenanschluss entfernt. Anschließend verschraubten die Monteure zwei Lagen „Rigips Feuerschutzplatten RF 20 mm“ unter der Decke.
Danach wurde die Wand mit einer doppelten Beplankung mit 25 mm dicken „Rigips Feuerschutzplatten“ wieder an die ertüchtigte Decke angeschlossen. Zusätzlich mussten einige der Kabel aus dem Hausanschlussraum brandschutzsicher in die Praxisräume geführt werden. Hierfür kamen Kabelschotts zum Einsatz, mit denen die Kabeldurchführungen problemlos auf F 90 ertüchtigt werden konnten.
Gasleitungen und Kabel sicher „versteckt“
Da die Hauptgasleitungen sowie neu installierte Elektrokabel des Hauses an den Decken der Praxis verlegt waren, sollten diese fachgerecht und brandschutzsicher bekleidet werden. Hierfür schufen die Experten der Fassaden-Roland OHG dreiseitig geschlossene Verkofferungen in F 30 unter der Brandschutzdecke, gefertigt aus „Rigips Feuerschutzplatten RF“, die zusätzliche Lüftungssiebe erhielten. Zur optischen Anpassung schließen die Unterseiten der Verkofferungen mit den Sichtdecken ab.
Bautafel
Bauherr: Allianz Handwerker Services GmbH, Berlin
Architekt: Focke Architekten, Potsdam
Mieter: Zahnarztpraxis Niemeyer, Potsdam
Trockenbau: Fassaden-Roland OHG, Werder
Systemberatung: Michael Zettelmann, Saint-Gobain Rigips GmbH