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| Neoklassizistische Fassadenkulissen im Weimar Atrium |
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| 09.10.2008 |
Aufwändiger Trockenbau für ein „Italienisches Dorf“Düsseldorf / Weimar – Nach umfassenden Sanierungsmaßnahmen und einer Bauzeit von fast einem Jahr wurde die ehemalige „Halle des Volkes“ in Weimar als neues Shopping- und Erlebniscenter unter dem Namen „Weimar Atrium“ eröffnet. Restaurants, Cafés und Angebote für die aktive Freizeitgestaltung wurden in seinem Obergeschoss, im so genannten „Italienischen Dorf“, untergebracht. Dessen Gestaltung, gebaut durch die Jaeger Ausbau GmbH + Co KG Zwickau, belohnte die Jury der Rigips Trophy ´07 mit dem zweiten Preis in der Kategorie Trockenbau: „Ein grandioser Kulissenbau in hoher Ausführungsqualität und Lösungsvielfalt“, so ihr Urteil.
Als das in den 1930er und 1940er Jahren als „Halle des Volkes“ bezeichnete Gebäude in den 1950er Jahren jeglichen Sprengversuchen standhielt, wurde die Halle in den 1960er Jahren durch den Einbau von Stockwerken für Lagerzwecke nutzbar gemacht, stand nach der Wende aber über sieben Jahre lang leer. 2001 fand die Stadt Weimar endlich einen Investor, der die eingebauten Etagen für ein Einkaufscenter nutzen wollte, das 2005 eröffnet werden sollte. Für das „Italienische Dorf“ des Weimar Atrium sollten Häuserfassaden im Stil des italienischen Neoklassizismus nachgebildet werden. Neben Restaurants und Cafés beherbergt dieser Eventbereich heute ein Kino, eine Bowlingbahn und ein Fitness-Studio sowie verschiedene Shops und eine Touristeninformation.
Trockenbau im XXL-Format
Für die Erstellung des Dorfes wurden zahlreiche, bis zu zwölf Meter hohe Wandkonstruktionen gebraucht. Sämtliche Arbeiten in teils luftiger Höhe konnten nur über spezielle Raumgerüste, fahrbare Gerüsttürme und Hubbühnen ausgeführt werden.
Die Anschlüsse der neuen Fassadenwände an die Stahlbetonkonstruktionen der Halle sowie zahlreiche Schall- und Brandschutz-Sonderkonstruktionen forderten das handwerkliche Geschick des gesamten Teams. Insgesamt wurden allein für die Fassadenwände im italienischen Dorf rund 25.000 m2 Rigips-Platten verbaut.
Zweigeteilte Wandkonstruktionen
Die Fassaden wurden überwiegend – aufgrund ihrer enormen Höhe – in zwei Arbeitsschritten und mit einer speziellen Unterkonstruktion errichtet: Für die unteren Wände wurde eine bis zu fünf Meter hohe Konstruktion aus Stahl-Rechteck-Hohlprofilen erstellt, auf der die Trockenbauexperten ein Podest aus Seekieferplatten montierten, um die statischen Lasten der oberen Wandteile zu tragen. Um den extrem hohen Wandkonstruktionen die nötige Stabilität zu geben, wurden die Ständerprofile in verringerten Abständen montiert. Gleichzeitig wurden für die räumliche Gestaltung der großen Fassadenkulissen häufig zwei hintereinander liegende Montagewände benötigt, die einzeln erstellt werden mussten.
Anschluss der Fassadenkulisse an die Bausubstanz
Eine besondere Herausforderung stellten auch die statisch notwendigen Anschlüsse der Wandkonstruktionen an die vorhandene Bausubstanz dar. In ca. zwölf Metern Höhe mussten die Wände an die Gurte der Stahlbetonbinder sicher angeschlossen werden. Gemäß dem vorgegebenen Wandverlauf wurden hierfür zunächst zwei parallel verlaufende Brettbinder mit Klammern an den vorhandenen Trägern befestigt. Anschließend wurde an beiden Seiten der Brettbinder je ein UW-Profil verschraubt. An der Unterseite dieser Konstruktion wurden dann in definierten Abständen quer liegende Holzplatten befestigt. Zur Aufnahme der CW-Ständer der Wandkonstruktion wurde an der Unterseite dieser Holzplatten ein verstärktes U-Profil montiert.
Die Beplankung der Wände erfolgte mit je einer doppelten Lage „Rigips Bauplatten RB“ 12,5 mm. Besonders anspruchsvoll gestaltete sich dabei die Ausführung der zahlreichen Türöffnungen, Durchgänge und abgerundeten Stürze. Alle Bauplatten wurden hierfür einzeln vor Ort auf Maß geschnitten.
Umfassendes Brandschutzkonzept
In die Erlebniswelt des „Italienischen Dorfes“ sollte auch ein 3-D-Kino integriert werden, für dessen Außenwände ebenfalls Unterkonstruktionen bis zu zwölf Metern Höhe errichtet wurden, die aus statischen und schallschutztechnischen Gründen teilweise als Doppelständerwände mit 100 mm starken Profilen ausgeführt wurden. Um die vorgegebenen Brandschutzanforderungen zu erfüllen, erhielten die Wände eine Beplankung mit je drei Lagen „Rigips Feuerschutzplatten RF“ 12,5 mm. Mit einer entsprechend ausgewählten Dämmwolle und dank der dreilagigen Beplankung konnten auch die geforderten Schallschutzanforderungen von 62 dB zuverlässig erreicht werden.
Ein zusätzlicher Fluchtweg vom „Italienischen Dorf“ hin zum Treppenhaus des Gebäudes sollte in F 90 ausgeführt werden. Hierfür wurde eine Unterkonstruktion aus Stahl-Rechteck-Hohlprofilen angelegt, aus der ein tunnelartiger Gang konstruiert wurde. Um die vorgeschriebene Feuerwiderstandsklasse zu erreichen, wurde doppelt mit „Rigips Feuerschutzplatten RF“ in 2 x 25 mm beplankt.
Die komplette optische Neugestaltung des Innenlebens im Weimar Atrium bedeutete auch eine besondere logistische und organisatorische Leistung. Für die Erstellung der groß dimensionierten Fassadenbauten im „Italienischen Dorf“ waren zeitweise über 100 Monteure zeitgleich im Einsatz. Ein Einsatz, der sich gelohnt hat und zu Recht mit dem zweiten Platz in der Kategorie Trockenbau der Rigips Trophy `07 belohnt wurde.
Bautafel
Entwickler, Bauträger und Architekt: Saller Unternehmensgruppe, Weimar
Trockenbau: Jaeger Ausbau GmbH + Co KG, Zwickau
Fachberater Trockenbausysteme: Jens Förster, Saint-Gobain Rigips GmbH
Quelle: Saint-Gobain Rigips GmbH
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Suchworte für diese Mitteilung:
Rigips, Sanierungsmaßnahmen, Schall, Brandschutz, Trockenbauexperten, Ständerprofile, Wandkonstruktionen, Brandschutzkonzept, Fluchtweg, Feuerschutzplatten, Jaeger, Ausbau
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| Eintrag verfasst von: Uwe Dallmann (eingetragen am: 09.10.2008; zuletzt geändert am: 09.10.2008 19:42) |
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