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| Archiveintrag: Herausforderung an die Handwerkskunst |
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| 13.08.2004 |
Anspruchsvolle Stuckateurarbeiten in der Villa „Tilia“
Gelsenkirchen / Wiesbaden - Vor fast zehn Jahren initiierte Rigips erstmalig einen Ausbauwettbewerb, der als BPB Rigips Trophy bereits einen festen Platz im Branchengeschehen hat. Nachdem das Unternehmen Stuck & Restaurierung Martin Ranft aus Rüsselsheim bereits im Jahre 2001 mit dem 2. Platz ausgezeichnet wurde, war der diesjährige Beitrag für die Jury in der Kategorie Stuck/Putz so überzeugend, dass er hier den ersten Platz belegte.
„Höchste Handwerkskunst“ und „große Behutsamkeit“ waren nur zwei Attribute, mit denen die Jury die zur Rigips Trophy 2003/2004 eingereichte Arbeit von Stuckateur Martin Ranft lobte. Das Objekt, mit dem er die Juroren begeisterte, war die Villa „Tilia“ in Wiesbaden, ein Gebäude aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert mit aufwändigen Stuckdecken, die schwer beschädigt und hinter untergehängten Decken verborgen waren. Die Aufgabenstellung definierten der Auftraggeber, die Linde AG, und die Denkmalschutzbehörde klar und gemeinsam: Die Rabitzdecken der Villa sollten nach der kompletten Gebäudesanierung möglichst originalgetreu wieder hergestellt werden.
Profi-Arbeit unter Zeitdruck
Und diese Forderung hatte es in sich: Nicht nur waren die verbliebenen Originalornamente stark angegriffen und konnten nur sehr begrenzt als Vorlage dienen, auch der Zeitrahmen war äußerst knapp bemessen. Gerade einmal sechs Wochen – inklusive der Osterfeiertage – standen Martin Ranft und seinen Mitarbeitern zur Verfügung, um Bibliothek, Esszimmer, Kaminzimmer und den Raum „Belvedere“ der Villa „Tilia“ zu bearbeiten. Die einstigen Originaldecken kamen nach dem Entfernen der jüngeren Rabitzdecken zum Vorschein. Wahrscheinlich wurden sie nach dem zweiten Weltkrieg durch die Montage der damals modernen, untergehängten, glatten Rabitzdecken zerstört.
Nach dem Vermessen erfolgte die Abnahme der Originalfragmente, das Entfernen des losen Deckenputzes und des Deckenuntergrundes aus Schilfrohr sowie das Entnageln und Ergänzen der Spalierplatten. Danach wurde ein neuer Flachripp-Putzträger aufgebracht und die Decke mit einem Kalkgipsmörtel wieder verputzt.
Die Originalstuckelemente wurden mit einem Mikrodampfstrahl gesäubert und nach gefeilten Schablonen wieder zusammengesetzt. Zahlreiche fehlende Teile mussten neu entworfen und nach Anfertigung von Formen und Abgüssen originalgetreu nachmodelliert werden – „eine wahre Meisterleistung des Stuckateurhandwerks“ konstatierte dann auch die Jury Martin Ranft und seinem Team. Mit Behutsamkeit, Liebe zum Detail und großem Einfühlungsvermögen wurde Zerstörtes komplettiert und manuell auf höchstem Niveau wiederhergestellt.
Villa „Tilia“, Wiesbaden
Architekt: Architekturbüro Fage und Lippman, Hannover
Putz/ Stuck: Stuck & Restaurierung Martin Ranft, Rüsselsheim
Bauherr: Linde AG, Wiesbaden
Systemberatung: Joachim Mühe, Rigips
Die schlecht erhaltene Stuckdecke wurde vom Verarbeiter, der Firma Stuck und Restaurierung Martin Ranft, originalgetreu nachgebildet.
Quelle: Rigips
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Suchworte für diese Mitteilung:
Herausforderung, Handwerkskunst, Kategorie, Stuck, Putz, Auftraggeber, Linde, Gebäudesanierung, Denkmalschutzbehörde, Restaurierung, Niveau
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| Eintrag verfasst von: Uwe Dallmann (eingetragen am: 13.08.2004; zuletzt geändert am: 05.05.2005 00:00) |
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